
Zwischen Pudel, Papieren und Pommes - mein Ritt durch die Leipziger Buchmesse
Ich hab’s getan. Wieder. Zwei Tage Leipziger Buchmesse. Freitag und Samstag. Zwei Tage zwischen Poesie und Pommes, Menschenmassen und Mini-Verlagen, Diskussionen und Dackelblicken. (Okay, es war kein echter Dackel da, aber fast – dazu gleich mehr.)
Freitag: Schlange stehen deluxe und literarisches Flanieren
Der Freitag war mein Messe-Bummel-Tag. Also: Kein Verkaufsdruck, keine Bühne, einfach gucken, lauschen, Leute treffen. So der Plan.
Aber erstmal: die Schlange. Holy Messegelände! Die ging einmal um den See. Kein Witz. Eine Stunde. Zum Glück schien die Sonne. Und ich war nicht allein – meine Schwester Ina war dabei, und wir kamen clever wie wir sind mit dem Fahrrad. Wer will schon in die überfüllte Straßenbahn, wenn man auch stilvoll schwitzend durch Leipzig kurven kann?
Drinnen dann erstmal Abtauchen in die Literaturwelt. Bei Traduki habe ich eine Lesung mitgehört – Edo Popović: Der Pudel des Staatsführers. Herrlich schräg. Und das Beste? Die deutsche Stimme des Textes: meine Schwester Ina Gercke. #StolzWieBolle
Zwischendurch traf ich meine Kundin Andrea Bilek – sie war mit ihrem Exposé unterwegs, auf der Suche nach dem passenden Verlag. Und hey, wer sagt, dass Netzwerken nicht auch Bummeln sein kann?
Ein Stopp, den ich mir nie entgehen lasse: Jens Korch vom “Wannenbuch / Paparento”-Verlag, aus dem wunderbaren Netzwerk “Schöne Bücher”. Da gibt’s Bücher für die Badewanne. Ernsthaft. Und ich liebe die Idee immer noch genauso wie beim ersten Mal. Nun ja, und da kommt noch mehr ... davon wird an andere Stelle die Rede sein.
Der Freitagabend? Lesung mit Inga Gaile, einer Autorin aus Lettland – Der Geschmack von schwarzer Erde (Ultraviolett Verlag). Düster, intensiv, klug. Danach war ich fertig. Im guten Sinne.
Samstag: Bühne, Diskussion, Inspiration
Samstag war kein Bummel mehr. Samstag war Bühnenzeit. Ich war Sponsorin der Autor:innenrunde – der größten Konferenz für Schreibende in Deutschland. Und ich durfte reden. Zweimal sogar.
Mein Thema? Mein Liebling: “Es kommt nicht darauf an, was du schreibst, sondern was du weglässt.” Zwei Diskussionsrunden, zwei Mal Feuer im Kopf. Wir haben über das Unausgesprochene gesprochen, über das, was zwischen den Zeilen lebt. Und das war alles andere als leise.
Aber bevor ich selbst moderierte, habe ich mich natürlich auch als Teilnehmerin unter die Tische gemischt. (Klingt shady, war aber legal.)
• Beim Tisch von Isa Theobald ging’s ums Netzwerken.
• Jasmin Ritter sprach übers feministische Schreiben.
• Und Johanna Gerhard hat gezeigt, wie man emotionale Wirkung in Szenen steigert – yes, Drama, Baby!
Mein eigener Tisch war gut besucht. Wir haben nicht nur Fragen beantwortet, sondern neue mitgenommen. Und genau so soll’s sein. Find ich halt.
Ein echtes Highlight: Die Begegnung mit Juri Pavlovic, die für “Autorinnen gegen Rechts” da war. Wichtiges Engagement, kluge Worte, große Präsenz. Danke dafür. Und: Wenn du dich da noch nicht eingetragen hast: Go for it!
Und überhaupt: Hut ab vor Leander Wattig, dem Veranstalter der Autor:innenrunde. Wieder top organisiert, mit Feingefühl und Überblick. Wer mal eine Veranstaltung planen will – schaut euch das ab!
Fazit: Buchmesse kann mehr als Bücher.
Leipzig war laut, wild, inspirierend und – verdammt nochmal – voll. Aber genau das liebe ich. Zwei Tage, die sich anfühlen wie ein ganzes Jahr Input. Ich bin beseelt, überdreht und voller Ideen.
Praxistipp für dich:
Wenn du das nächste Mal auf eine Messe gehst – geh nicht nur mit einem Pitch im Gepäck. Geh mit offenen Augen, spitzen Ohren und einem Thema, das dich brennen lässt. Der Rest ergibt sich. Oder auch nicht. Aber das ist auch okay.
Vielleicht bist du ja nächstes Jahr auch mit dabei?
Die Leipziger Buchmesse ist mehr als eine Messe – sie ist ein Festival für alle, die Geschichten lieben.
P.s: Was war das jetzt eigentlich mit dem Dackel? Ganz einfach: Alle die Bücher in den Ständen haben uns Lesende mit ihren Dackelaugen angeschaut und gewinselt "Nimm mich mit!" Ha! Ich konnte widerstehen und habe nur zwei Bücher gekauft - dazu mehr, sobald ich sie gelesen haben. Nun ja, und den einen oder anderen Dackelblick habe ich auch bei den Besucher:innen gesehen, die gerne alle Bücher ... ach, komm doch einfach nächstes Jahr wieder (Vorsicht! Das Kartenkontingent wird künftig begrenzt sein, weil die Halle sonst platzt!)
Kommentar schreiben